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Völlig überraschend hat sich jetzt die AK Salzburg für das Projekt Kraftwerk Lehen ausgesprochen & sieht sich offensichtlich nicht als Vertreter der Anrainer: 

Auf der Tagesordnung des AK-Vorstands stand ein weiteres aktuelles Salzburger Thema, das betroffene Anrainer auf den Plan ruft: das Kraftwerk Sohlstufe Lehen. Die AK Salzburg spricht sich eindeutig dafür aus. „Ein Stützkraftwerk, das gleichzeitig die bestehende Sohlstufe energetisch nutzt, bedeutet die buchstäblichen zwei Fliegen auf einen Streich“, so Pichler. „Gegen die Eintiefung der Salzach und die Gefahr von Einstürzen der Böschüngen muss ohnehin etwas unternommen werden, der Kraftwerksstandort Lehen – auch wenn er im Stadtgebiet ungewöhnlich anmutet – ist eine gute Lösung. Eine bessere ist nicht in Sicht.“ Voraussetzung sei natürlich, dass alle Behördenverfahren und Gutachten – insbesonder in Richtung Grundwasser- und Hochwasserschutz – positiv ausfallen.

Wenigstens wurde wurde festgestellt, dass ein Standort im Stadtgebiet zumindest ungewöhnlich ist.

Quelle: AK Salzburg

„Was die Bedenken der Anrainer betrifft, wurde von der Salzburg AG zugesagt, auch ein Alternativ-Projekt zur Sanierung der Sohlstufe und der Eintiefung der Salzach zu erwägen: Vorstandsdirektor Arno Gasteiger will die Bundeswasserbauverwaltung auffordern, ein solches vorzulegen.“

Quelle: Salzburger Fenster

Die unterschiedlichen Angaben stammen von der Salzburg AG selbst, innerhalb von 8 Monaten hat sich Leistung des Kraftwerks um 0.6 MW reduziert und es ist um 2o Meter flussabwärts gewandert. Die Kosten sind gleichgeblieben: Eine knappe Milliarde Schilling, Kraftwerksbau unterliegt offensichtlich nicht der Inflation!

14.8.2006:

Gesamtinvestitionskosten: 65 € Mio
Leistung: 14,80 MW
Energieerzeugung: 87. Mio kWh (entspricht dem durchschnittlichen Jahresverbrauch von rd. 25.000 Haushalten)
Ort: ca. 150 m unterhalb der bestehenden Sohlstufe Lehen
Wehranlage: 4 Wehrfelder
Wasser- u. naturschutzrechtliches Verfahren: Jänner/Februar 2007
Baubeginn: Ende 2007
Fertigstellung: Anfang 2010

18.4.2007:

Gesamtinvestitionskosten: ca. € 65 Mio.
Leistung: 14,20 MW
Erzeugung: 81 Mio. kWh (entspricht dem Bedarf von rd. 23.000 Haushalten)
Ort: ca. 170 m unterhalb der bestehenden Sohlstufe Lehen
Turbinen: 2 Schachtturbinen
Wehranlage: 4 Wehrfelder; Breite je 16 m; Fallhöhe rd. 6,50 m

Quelle: Salzburg AG

Diese Informationen hat die Salzburg AG aus ihrer Website genommen, ist jedoch noch im Google-Cache vorhanden:

Gesamtinvestitionskosten: ca. € 65 Mio.
Leistung: 14,20 MW
Erzeugung: 81 Mio. kWh (entspricht dem Bedarf von rd. 23.000 Haushalten)
Ort: ca. 170 m unterhalb der bestehenden Sohlstufe Lehen
Turbinen: 2 Schachtturbinen
Wehranlage: 4 Wehrfelder; Breite je 16 m; Fallhöhe rd. 6,50 m

Die Grenze für die Durchführung einer UVP ist 15 MW.

Rechenbeispiel:

Bei einer angegeben Fallhöhe von rd.= rund 6,50 Metern mit 14,2 MW wären bei einer tatsächlichen Fallhöhe von 6,86 Metern 15 MW erreicht. Die Angabe rund lässt jedenfalls darauf schliessen, dass die Salzburg AG die Fallhöhe ohnedies nur grob schätzt und deshalb sind 6,86m nicht auszuschliessen und damit auch nicht eine UVP. Gelegentlich wurden übrigens auch 14,8 MW als Leistung genannt. Die fehlenden 0.2 MW wären dann bereits mit einer zusätzlichen Fallhöhe von 8 Zentimetern zu erreichen (6,58m statt rund 6,50m!). 

Einem Artikel im Stadtblatt ist zu entehmen, dass die Salzburg AG ihr Projekt Kraftwerk Lehen nach wie vor mit Hochdruck betreibt: Aus den Ergebnissen einer selbst in Auftrag gegebenen Prüfungsreihe (TU Wien, Joanneum Graz) leitet man nun offenbar die „Machbarkeit“ des Projekts ab. Unter anderem seien in den Modellversuchen fünf- und zehnjährige Hochwasser getestet worden, die Ergebnisse würden Ende Februar an die Wasserrechtsbehörde weitergeleitet, heisst aus der Salzburg AG.

Warum nur fünf- und zehnjährige und nicht etwa 100- und 1000-jährige Hochwasser modelliert wurden, ist nicht bekannt. Ebenso gibt es keine Antwort auf die Frage, warum sich ausgerechnet die im Mehrheitsbesitz des Landes Salzburg befindliche Salzburg AG einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) entziehen möchte.

Dieser Blog beschäftigt sich kritisch mit dem Projekt Kraftwerk Lehen. Am Thema interessierte sind ausdrücklich eingeladen, mittels Postings ihre Meinung zu äussern!