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Das von Stadt und Land Salzburg herausgegebene Magazin salzburger monat berichtet auf den Seiten VI und VII von angeblich neuen Fakten zum Kraftwerk. So hätten Modellversuche an der TU Wien gezeigt, dass auch 100-jährige Hochwässer „ohne Probleme durch das Kraftwerk“ abgeführt werden könnten. Diese Untersuchungen jedenfalls müssen brandneu sein, von den 100-jährigen Hochwässern war bisher noch nicht die Rede (siehe http://kraftwerklehen.wordpress.com/2008/02/21/kraftwerk-lehen-mit-hochdruck/).

Auch ist neu: Ziviltechniker der Firma Geoconsult weisen „punktuelle Verbesserungen u.a. dank geplanter Drainagen“ aus, OHNE darauf einzugehen (oder ohne gefragt worden zu sein!), ob die Drainagen OHNE das Kraftwerk nicht auch eine positive Wirkungauf die Hochwassersituation hätten.

Das amtliche Monatsmagazin spricht davon, dass das „Stützkraftwerk“ „an“ der Sohlstufe in Lehen wahrscheinlicher werde.  

Im Bereich Glanspitz soll die Glan „renaturiert“ werden. Ein Stück Auwald soll „aufgeforstet“ werden. Wer bislang der Meinung war, Auwald entstünde von selbst, wird hier eines besseren belehrt: Auwald kann also auch aufgeforstet werden. Zumindest in Salzburg.

[10.9.2007] Das geplante Salzachkraftwerk im Salzburger Stadtteil Lehen sei keine Umweltbedrohung – im Gegenteil. Das sagt Sepp Eisl (ÖVP), Landesrat zuständig für Naturschutz und Wasserbau, und zitiert eine neue Studie.

20. Jänner 2008Salzburg AG / Anrainerbeirat
Die IBB ZT GmbH vertritt Anrainer der linken Salzachseite – Lehen bei den geplanten Grund- u. Hochwasserkonzepten der Salzburg AG für die geplante Errichtung des Kraftwerks Sohlstufe Lehen.

Quelle:  www.ibbzt.at

Blättert man in den Referenzen der IBB ZT, so bleibt zu hoffen, dass die Firma zu einer kritischen Distanz gegenüber ihren Auftraggebern Stadt (Residenzplatz, Max-Reinhard-Platz, Messe) und Land Salzburg (Messe) fähig ist.

Quelle ORF Salzburg

Die Grünen im Landtag kritisieren Umwelt- und Gewerbereferent Walter Blachfellner und werfen ihm wörtlich vor, als „Zubetonierer“ zu agieren. Es geht bei dem Streit um eine EU-Richtlinie über Kraftwerke. Anlass für die Kritik sind Aussagen Blachfellners, wonach EU- Richtlinien den Bau eines weiteren Salzachkraftwerkes im Raum Tenneck (Pongau) verhindern würden.

Tatsächlich gehe es bei den Wasser-Rahmenrichtlinien aus Brüssel nur darum, dass ein neues Wasserkraftwerk zu keiner Verschlechterung der Qualität eines Flusslaufes führen dürfe, sagte Grün-Abgeordnete Heidi Reiter. Es sei unverständlich, dass ein Umwelt-Landesrat mit einem solchen Gebot offenbar „nichts anfangen“ kann, ergänzt Reiter.

Salzburg ist im Bundesländervergleich absoluter Musterschüler was die Wasserqualität seiner Fließgewässer betrifft, betonte Umweltreferent LR Walter Blachfellner(SPÖ) am 25(?).2.2008 in einem Informationsgespräch: Von den bisher bewerteten 1.139 Flusskilometern weisen knapp ein Viertel einen sehr guten Zustand auf, zirka zehn Prozent liegen im Bereich gut. Die Hausaufgabe Abwasserreinigung wurde also erfüllt, so der Landesrat.

Und gibt es einen Wermutstropfen?

Ja einen sehr grossen sogar, betonte der Landesrat: 1.032(!) von insgesamt 1.561 km sind durch Kraftwerke und Regulierungsmassnahmen in einem Ausmass gestört, dass die Stufe gut trotz ausreichender Wasserqualität nicht erreicht werden kann. Ein „gesunder“ Fluss braucht nämlich nicht nur eine entsprechende Wassergüte, sondern muss auch z.B. Fischen einen entsprechenden Lebensraum bieten.

Und was soll man also tun?

Kraftwerke bauen, lautet sinngemäss die (absurde) Antwort. Ausgerechnet das geplante Kraftwerk unterhalb der Sohlstufe Lehen dient dabei als Beispiel, denn hier sei ein „moderner Fischaufstieg auch für Großfische wie den Huchen vom Turbinenauslauf in das Oberwasser geplant“.

Dass damit noch ein paar Kilometer Fluss zugebaut werden, scheint in Anbetracht dessen keine Rolle mehr zu spielen.