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[10.9.2007] Das geplante Salzachkraftwerk im Salzburger Stadtteil Lehen sei keine Umweltbedrohung – im Gegenteil. Das sagt Sepp Eisl (ÖVP), Landesrat zuständig für Naturschutz und Wasserbau, und zitiert eine neue Studie.

[19.3.2008] Jetzt sind auch die Grünen der Stadt Kraftwerksbefürworter:

Stadtrat Johann Padutsch wünscht sich eine „künstlerische Gesamtleitung“, einer „rein technischen Lösung“ erteilt er eine Absage…

Alles nur eine Frage des Designs??? Raumplanung, Ökologie egal? Ausgerechnet im Naturschutzverfahren soll gute Architektur durchgesetzt werden. Nichts anderes? 

Die Befürworter ohne wenn und aber:

Salzburg AG, SPÖ Land, ÖVP Land, Wirtschaftskammer

Die Befürworter mit (kleinen) Einschränkungen:

SPÖ Stadt, Arbeiterkammer, Grüne Stadt

Die neutralen Beobachter:

Grüne Land

Die Gegner:

Anrainerinitiative, kraftwerklehen.wordpress.com

Völlig überraschend hat sich jetzt auch die Wirtschaftskammer für das Kraftwerk Lehen ausgesprochen. Unlogisch freilich die “Argumentation“ des WK-Präsidenten Julius Schmalz: Einerseits nehme die Salzburg AG seiner Ansicht nach die Bedenken der Anrainer ernst, andererseits ortet er eine („längst überwunden geglaubte“) Verhinderungsmentalität. Es sei eine „Torheit“, das Kraftwerk nicht zu bauen. Und so weiter. Von ergebnisoffener Diskussion scheint die WK nichts zu halten. 

Völlig überraschend hat sich jetzt die AK Salzburg für das Projekt Kraftwerk Lehen ausgesprochen & sieht sich offensichtlich nicht als Vertreter der Anrainer: 

Auf der Tagesordnung des AK-Vorstands stand ein weiteres aktuelles Salzburger Thema, das betroffene Anrainer auf den Plan ruft: das Kraftwerk Sohlstufe Lehen. Die AK Salzburg spricht sich eindeutig dafür aus. „Ein Stützkraftwerk, das gleichzeitig die bestehende Sohlstufe energetisch nutzt, bedeutet die buchstäblichen zwei Fliegen auf einen Streich“, so Pichler. „Gegen die Eintiefung der Salzach und die Gefahr von Einstürzen der Böschüngen muss ohnehin etwas unternommen werden, der Kraftwerksstandort Lehen – auch wenn er im Stadtgebiet ungewöhnlich anmutet – ist eine gute Lösung. Eine bessere ist nicht in Sicht.“ Voraussetzung sei natürlich, dass alle Behördenverfahren und Gutachten – insbesonder in Richtung Grundwasser- und Hochwasserschutz – positiv ausfallen.

Wenigstens wurde wurde festgestellt, dass ein Standort im Stadtgebiet zumindest ungewöhnlich ist.

Quelle: AK Salzburg

Laut Architekturkritiker Norbert Mayr (Salzburger Fenster) stört ein Kraftwerk Lehen das unesco-Weltkulturerbe nicht. Er bezeichnet das Projekt von Wagner/Rieder/Freiland als „äußerst skulptural, aber überkandidelt“ (ODER könnte man auch Kitsch dazu sagen?) und jenes von Feichtinger/HYL als „massiv, jedoch nicht banal“.

Quelle ORF, 5.3.2008

… Weil zwischen Werfen und Tenneck die Restwassermenge nicht groß genug ist, wird daran gedacht, das Kraftwerk in Stegenwald zu bauen. Mir ist es jetzt nicht so wichtig, wo es gebaut wird, sondern dass es überhaupt gebaut wird“, sagt Walter Blachfellner weiter.

Nicht von der EU-Richtlinie betroffen ist laut Blachfellner das geplante Kraftwerk in Salzburg-Lehen. Bei ihrer Klubklausur haben sich die Salzburger Sozialdemokraten auf einen weiteren Ausbau der Wasserkraft festgelegt.