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Das von Stadt und Land Salzburg herausgegebene Magazin salzburger monat berichtet auf den Seiten VI und VII von angeblich neuen Fakten zum Kraftwerk. So hätten Modellversuche an der TU Wien gezeigt, dass auch 100-jährige Hochwässer „ohne Probleme durch das Kraftwerk“ abgeführt werden könnten. Diese Untersuchungen jedenfalls müssen brandneu sein, von den 100-jährigen Hochwässern war bisher noch nicht die Rede (siehe http://kraftwerklehen.wordpress.com/2008/02/21/kraftwerk-lehen-mit-hochdruck/).

Auch ist neu: Ziviltechniker der Firma Geoconsult weisen „punktuelle Verbesserungen u.a. dank geplanter Drainagen“ aus, OHNE darauf einzugehen (oder ohne gefragt worden zu sein!), ob die Drainagen OHNE das Kraftwerk nicht auch eine positive Wirkungauf die Hochwassersituation hätten.

Das amtliche Monatsmagazin spricht davon, dass das „Stützkraftwerk“ „an“ der Sohlstufe in Lehen wahrscheinlicher werde.  

Im Bereich Glanspitz soll die Glan „renaturiert“ werden. Ein Stück Auwald soll „aufgeforstet“ werden. Wer bislang der Meinung war, Auwald entstünde von selbst, wird hier eines besseren belehrt: Auwald kann also auch aufgeforstet werden. Zumindest in Salzburg.

[19.3.2008] Jetzt sind auch die Grünen der Stadt Kraftwerksbefürworter:

Stadtrat Johann Padutsch wünscht sich eine „künstlerische Gesamtleitung“, einer „rein technischen Lösung“ erteilt er eine Absage…

Alles nur eine Frage des Designs??? Raumplanung, Ökologie egal? Ausgerechnet im Naturschutzverfahren soll gute Architektur durchgesetzt werden. Nichts anderes? 

Die Befürworter ohne wenn und aber:

Salzburg AG, SPÖ Land, ÖVP Land, Wirtschaftskammer

Die Befürworter mit (kleinen) Einschränkungen:

SPÖ Stadt, Arbeiterkammer, Grüne Stadt

Die neutralen Beobachter:

Grüne Land

Die Gegner:

Anrainerinitiative, kraftwerklehen.wordpress.com

20. Jänner 2008Salzburg AG / Anrainerbeirat
Die IBB ZT GmbH vertritt Anrainer der linken Salzachseite – Lehen bei den geplanten Grund- u. Hochwasserkonzepten der Salzburg AG für die geplante Errichtung des Kraftwerks Sohlstufe Lehen.

Quelle:  www.ibbzt.at

Blättert man in den Referenzen der IBB ZT, so bleibt zu hoffen, dass die Firma zu einer kritischen Distanz gegenüber ihren Auftraggebern Stadt (Residenzplatz, Max-Reinhard-Platz, Messe) und Land Salzburg (Messe) fähig ist.

Angeblich ist die Salzach-Sohlstufe ein Sanierungsfall. Ob das stimmt, kann von dieser Seite nicht beurteilt werden.

Die Stadt Salzburg jedenfalls hat sich dazu folgende Argumentationskette zurecht gelegt: Wenn die Sohlstufe kaputt ist, muss sie saniert werden. Und das kostet sehr viel Geld. Da sei es doch besser, die Salzburg AG errichtet ein (Stütz-)Kraftwerk und übernimmt quasi gratis die Flusssanierung.

Stellt sich nur die Frage, ob wirklich die Stadt für die Sanierung der Sohlstufe aufkommen müsste? Ist so etwas nicht Sache des Bundes? Warum präferiert ausgerechnet die Stadt ein Kraftwerk mitten im dicht besiedelten Norden?