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Quelle ORF, 5.3.2008

… Weil zwischen Werfen und Tenneck die Restwassermenge nicht groß genug ist, wird daran gedacht, das Kraftwerk in Stegenwald zu bauen. Mir ist es jetzt nicht so wichtig, wo es gebaut wird, sondern dass es überhaupt gebaut wird“, sagt Walter Blachfellner weiter.

Nicht von der EU-Richtlinie betroffen ist laut Blachfellner das geplante Kraftwerk in Salzburg-Lehen. Bei ihrer Klubklausur haben sich die Salzburger Sozialdemokraten auf einen weiteren Ausbau der Wasserkraft festgelegt.

Salzburg ist im Bundesländervergleich absoluter Musterschüler was die Wasserqualität seiner Fließgewässer betrifft, betonte Umweltreferent LR Walter Blachfellner(SPÖ) am 25(?).2.2008 in einem Informationsgespräch: Von den bisher bewerteten 1.139 Flusskilometern weisen knapp ein Viertel einen sehr guten Zustand auf, zirka zehn Prozent liegen im Bereich gut. Die Hausaufgabe Abwasserreinigung wurde also erfüllt, so der Landesrat.

Und gibt es einen Wermutstropfen?

Ja einen sehr grossen sogar, betonte der Landesrat: 1.032(!) von insgesamt 1.561 km sind durch Kraftwerke und Regulierungsmassnahmen in einem Ausmass gestört, dass die Stufe gut trotz ausreichender Wasserqualität nicht erreicht werden kann. Ein „gesunder“ Fluss braucht nämlich nicht nur eine entsprechende Wassergüte, sondern muss auch z.B. Fischen einen entsprechenden Lebensraum bieten.

Und was soll man also tun?

Kraftwerke bauen, lautet sinngemäss die (absurde) Antwort. Ausgerechnet das geplante Kraftwerk unterhalb der Sohlstufe Lehen dient dabei als Beispiel, denn hier sei ein „moderner Fischaufstieg auch für Großfische wie den Huchen vom Turbinenauslauf in das Oberwasser geplant“.

Dass damit noch ein paar Kilometer Fluss zugebaut werden, scheint in Anbetracht dessen keine Rolle mehr zu spielen.

Einem Artikel im Stadtblatt ist zu entehmen, dass die Salzburg AG ihr Projekt Kraftwerk Lehen nach wie vor mit Hochdruck betreibt: Aus den Ergebnissen einer selbst in Auftrag gegebenen Prüfungsreihe (TU Wien, Joanneum Graz) leitet man nun offenbar die „Machbarkeit“ des Projekts ab. Unter anderem seien in den Modellversuchen fünf- und zehnjährige Hochwasser getestet worden, die Ergebnisse würden Ende Februar an die Wasserrechtsbehörde weitergeleitet, heisst aus der Salzburg AG.

Warum nur fünf- und zehnjährige und nicht etwa 100- und 1000-jährige Hochwasser modelliert wurden, ist nicht bekannt. Ebenso gibt es keine Antwort auf die Frage, warum sich ausgerechnet die im Mehrheitsbesitz des Landes Salzburg befindliche Salzburg AG einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) entziehen möchte.

Dieser Blog beschäftigt sich kritisch mit dem Projekt Kraftwerk Lehen. Am Thema interessierte sind ausdrücklich eingeladen, mittels Postings ihre Meinung zu äussern!